Beginn der militärischen Ausbildung

1. Oktober 1914

Beginn der militärischen Ausbildung

An diesem Tag beginnt Franz Macks militärische Grundausbildung im Rekrutendepot II in Fürth. Er kommt als Infanterist zum 1. Ersatzbatallion, 21. Infanterie-Regiment, 4. Kompanie. Die Grundausbildung dauert rund vier Monate bis zum 09.02.1915. In seinem Militärpass wird ihm für diese Zeit „sehr gute“ Führung attestiert. Franz‘ persönliche Erlebnisse während seiner Grundausbildung sind leider nicht überliefert. In Erich Maria Remarques Bestseller „Im Westen nichts Neues“ wird die zermürbende und zum Teil erniedrigende Grundausbildung deutscher Infanteristen zu jener Zeit aber anschaulich beschrieben. Fritz Jünger, der jüngerer Bruder von Ernst Jünger, dem Autor von „In Stahlgewittern„, berichtet seinem großen Bruder in einem Brief vom 07.08.1916 kurz und knapp über seine Grundausbildung in Hannover, die der von Franz Mack nicht unähnlich gewesen sein dürfte: Jetzt bin ich seit drei Wochen Soldat. Schießen, Exerzieren, Märsche, Felddienst und Nachtübungen lassen mir kaum eine freie Stunde Zeit. Ich stehe um fünf auf und lege mich um zehn schlafen, mit sehr müden Knochen. Einziges Überbleibsel von Franz‘ militärischer Ausbildung ist sein Handbuch „Der gute Kamerad. Ein Lern- und Lesebuch für den Dienstunterricht des deutschen Infanteristen“ in seiner Ausgabe für Bayern, welches 1915 in Berlin erschienen ist. In diesem Buch stehen allerlei Verhaltensregeln für Kaserne und Gefecht, aber auch

Read more

Erste Postkarte an Franz

19. Oktober 1914

Erste Postkarte an Franz

Die erste erhaltene Postkarte, die Franz Mack als Soldat erhält, stammt von dessen Cousine Grete Back. Sie erreicht den Rekruten Franz Mack im Rekrutendeopt II. in Fürth, ist auf den 19.10.1914 datiert und hat folgenden Inhalt: Lieber Franz! Besten Dank für Deine Karte. Habe mich sehr gefreut. Das Gedicht ist sehr nett. Sei so gut und lasse Dich bald in Uniform bewundern. Alois hat sich noch nicht blicken lassen. Hoffentlich schreibt er dafür einmal vom Felde. Mein Bräutigam ist am Samstag ausgerückt. Die letzte Nachricht habe ich von Düsseldorf, ich weiß nicht, kommt er nach Osten oder Westen. Viele Grüße von meinen Eltern und mir Deine Kusine Gretchen Auf Wiedersehen!

Read more

Abmarsch Richtung Westfront

9. Februar 1915

Abmarsch Richtung Westfront

Der Tag, an dem Franz Mack in Richtung Front aufbricht, ist in seinem Militärpass vermerkt. Vermutlich zieht er an diesem Tag, ähnlich wie auf dem Foto abgebildet, mit seiner Einheit aus seinem Garnisionsstandort Richtung Fürther Bahnhof, vorbei am so genannten „Berolzheimerianum„, einem Volksbildungshaus, gestiftet 1906 vom Fabirkanten Heinrich Berolzheimer, welches im späteren Verlauf des Krieges als Lazarett genutzt wurde und heute die Comödie Fürth beheimatet. Das Foto (mit freundlicher Genehmigung des Stadtarchivs Fürth) zeigt einen solchen Marsch der Soldaten von Franz Macks 21. Infanterie-Regiment rund einen Monat zuvor, am 06. Januar 1915. Vom Bahnhof Fürth ging Franz Macks Reise vermutlich über Ansbach, Heilbronn, Karlsruhe, Hagenau und Saargmünd an die französische Front. In Rebers Regimentsgeschichte wird der erstmalige Ausmarsch der „21er“ ins Feld am 6. August 1914 wie folgt beschrieben: Helle Begeisterung und unumstößliche Siegeszuversicht flammte in den Herzen der 21er. Erhebend zeigte sich während dieser großen Tage die Verbundenheit der Truppen mit den Einwohnern des Standortes. In Fürth wie in Sulzbach war ein Wetteifer, dem Soldaten Gutes und wieder Gutes zu tun. Vor dem Auszug ins Feld feierliche Verabschiedung der Truppe durch die Vertreter der Bürgerschaft unter Teilnahme der ganzen Bevölkerung, bei Abmarsch tausendfache „Heil- und Sieg“-Rufe, Flaggenwehen, Tücherschwenken, Blumenregen.

Read more

Auf den Höhen von Apremont

11. Februar 1915

Auf den Höhen von Apremont

Nach seinem Abmarsch ins Feld am 09.02.1915 kommt Franz von Fürth aus über Ansbach, Heilbronn, Karlsruhe, Hagenau und Saargmünd an die Westfront. Er trifft dort als Teil der dringend erwarteten Verstärkung für die „21er“ ein, die in den Wochen und Monaten zuvor geholfen hatten, den „Bois Brulé„, eine zuvor von Franzosen gehaltene ca. vier Quadratmeter große Festung, auch „Erdwerk“ genannt, zu erobern. In Rebers Regimentsgeschichte ist festgehalten: Erst gegen Ende des Januar, nachdem die Bataillone durch namhaften Mannschaftsersatz auf eine entsprechende Stärke gebracht worden waren, konnte man in der Stellung (gemeint ist der „Bois Brulé“, C.M.) Reserven ausscheiden und einem Teil der Besatzung Ruhe gönnen. Das Regiment stieg Mitte Februar auf eine Gefechtsstärke von 53 Offizieren und rund 1800 Mann. Vom 11.02. bis zum 16.10.1915 nimmt Franz Mack als Teil dieser Verstärkung an Gefechten auf den Höhen von Apremont teil. Schauplatz besonders intensiver Gefechte ist zu dieser Zeit der Wald von Apremont. Hier findet 1915 die so genannte Osterschlacht statt. Am 15.05.1915 berichtet Franz Mack seinen Eltern über die durch den Krieg verwüstete Landschaft: „Ehemals war das Hochwald, aber die Bäume sind abgeschossen.“

Read more

Erste Postkarte von Franz

3. März 1915

Erste Postkarte von Franz

Rund 100 Feldpostkarten schickt Franz Mack während seiner Militärzeit im Ersten Weltkrieg von der Front nach Hause. Die meisten stammen von den Kriegsschauplätzen in Frankreich, einige aber auch aus seinen zwei Lazarettaufenthalten (1915 und 1917). Nachdem Franz Anfang Februar 1915 an der französischen Front angekommen ist, beginnt seine Korrespondenz mit der Heimat. Die erste erhaltene Feldpostkarte, die er an seine Eltern versendet, ist auf den 03.03.1915 datiert. In ihr geht er – wie die gesamte deutsche Öffentlichkeit – noch von einem raschen Kriegsende aus.

Read more

Herbstschlacht in der Champagne

8. Oktober 1915

Herbstschlacht in der Champagne

Laut Eintragung im Militärpass nimmt Franz Mack vom 08.10. bis zum 31.10.1915 an der Herbstschlacht in der Champagne teil. Bei diesen großangelegten Durchbruchsversuch verlieren die Franzosen und deren Verbündete insgesamt rund 145.000 Soldatenleben. Auf deutscher Seite sterben rund 72.000 Mann. Der von den Franzosen erhoffte Durchbruch der deutschen Linien misslingt. Franz‘ und seine 5. bayerische Division machen sich laut Rebers Regimentsgeschichte ab dem 06.10. auf den Weg, ihre bis dahin sich stark in der Unterzahl befindenen Kameraden zu verstärken. Reber schreibt: Der 6. Oktober hatte dem Verteidiger (gemeint sind die Deutschen, C.M.) einen vollen Sieg beschert. Masse „Mensch“ und Masse „Material“ waren am deutschen Abwehrwillen gescheitert. So war der Höhepunkt der Schlacht schon überschritten, als unsere Division ankam. Über die Eindrücke, die sich Franz und seinen Kameraden beim Einzug ins Kampfgebiet boten, schreibt Reber: Tag und Nacht karrten auf den Straßen nicht enden wollende Fahrzeug-Kolonnen, viele Fesselballone waren hoch, Flugzeuge in ungewohnter Zahl surrten durch die Luft; gefangene Franzosen, weiße und farbige, kamen uns entgegen, alle blaugrau bekleidet, den Stahlhelm auf dem Kopfe Und über die „trübselige“ Landschaft: Nicht die üppige Champagne, die Heimat des Champagners, nimmt uns auf; die Champagne-pouilleuse, die „Lause-Champagne“, in der die Stauden wachsen, aus denen

Read more

Granatsplitter, linke Hand

21. Oktober 1915

Granatsplitter, linke Hand

Mit Postkarte vom 25.10.1915 erkundigt sich Franz‘ Kamerad Hans mit gewisser Besorgnis nach dessen Befinden: Habe gehört, dass ihr schwere Verluste gehabt, schreibe mir kurz Näheres, soweit erlaubt. Hans‘ Sorge ist berechtigt, denn viert Tage zuvor (21.10.1915), während der Herbstschlacht in der Champagne, wurde Franz Mack von einem umherfliegenden Granatsplitter an der linken Hand getroffen. Über die Tage, in die auch Franz‘ Verwundung fällt, steht in Rebers Regimentsgeschichte Folgendes: Bis zum Abend des 20. (10.1915) hatten wir bereits 61 Tote, 98 Verwundete (…) außerdem 12 Vermißte. In der Nacht zum 21. tötete oder verletzte ein in einen Unterstand gehender Volltreffer 14 Mann. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist es eben dieser Volltreffer, dessen Splitterwirkung Franz‘ Verletzung hervorgerufen hat. Im offiziellen Heeresbericht des Tages werden für den westlichen Kriegsschauplatz „keine besonderen Ereignisse“ festgehalten. Zwar liegt Franz mit seiner an diesem Tag erlittenen Kriegsverletzung, die seine erste schwere in diesem Krieg ist, rund einen Monat im Lazarett Tourenne in Sedan. Allerdings schreibt er schon wenige Tage nach seiner Verwundung, in seiner Feldpostkarte vom 29.10.1915, an seine Mutter: Sei getrost ohne Sorge. Meine Wunde heilt sehr schön und ist durchaus nicht schlimm. Am 25.11.1915 meldet er sich wieder bei seiner Einheit zurück. Die

Read more

Stellungskämpfe in der Champagne

25. November 1915

Stellungskämpfe in der Champagne

Zwischen dem 25.11. und dem 06.12.1915 ist Franz Mack mit seiner Einheit in Stellungskämpfe in der Champagne verwickelt. Aus diesem Zeitfenster hat sich keine Feldpostkarte erhalten, die ein klar zuzuordnendes geografische Motiv besitzt, welches Aufschluss über den Standort von Franz Mack geben könnte. Aus Rebers Regimentsgeschichte erfahren wir aber, dass Franz‘ Einheit in den letzten Novembertagen nach Auménancourt nahe Reims verlegt wurde. Hier habe die Gegend einen „weit freundlicheren Eindruck“ gemacht als zuvor bei Tahure. Aus dem Lazarett entlassen, kehrt Franz zu einer dezimierten Einheit zurück. Reber schreibt: Das Regiment hatte 125 Tote und 292 Verletze, darunter 11 Offiziere. Über die Bodenverhältnisse in der neuen Stellung, die „eine der ruhigsten, die wir im Kriege innehatten“ gewesen sei, notiert Reber: Der vorwiegend kreidige Boden war leicht zu bearbeiten, aber brüchig, so daß die Grabenwände namentlich bei Tauwetter immer wieder der Aufrichtung und Festigung bedurften. Am 29.11.1915 schickt Franz eine Karte heim, auf der französische Kriegsgefangene bei Noveant zu sehen sind.

Read more

Kämpfe im Wald von Apremont

10. Dezember 1915

Kämpfe im Wald von Apremont

Für den Zeitraum vom 10.12.1915 bis zum 23.05.1916 findet sich in Franz Macks Militärpass die Eintragung „Kämpfe zw. Maas u. Mosel, im Wald von Apremont„. Die „Kriegsidylle“, die Franz nach seiner Verletzung mit seinem 21. Infanterie-Regiment bei Auménancourt genießen konnte, war leider nur von kurzer Dauer. Nun muss die Einheit eine neue Stellung beziehen. In Rebers Regimentgeschichte steht über die Reise vom Bahnhof Etienne zum neuen Einsatzort: Die Fahrt ging über Rethel-Amagne-Sedan-Longuyon-Cahmbley nach Vigneulles. Die cote Lorraine hatte uns wieder! Sie begrüßte uns mit strömendem Regen (…) Und tatsächlich finden sich auch in Franz‘ Feldpost Hinweise auf die Verlegung seiner Einheit und auf die Wettersituation vor Ort. In seiner Postkarte vom 10.12.1915 schreibt Franz: Wegen Umzug habe ich Euch nicht schreiben können. Hier regnet es andauernd. Waren schon durch und durch nass. Auch der Heeresbericht des Tages berichtet von „stürmischem Regenwetter“ in der Nähe des etwa 100 Kilometer von Apremont entfernten Souain-Perthes-lès-Hurlus. Im Januar oder Februar 1916 bekommt Franz Mack offenbar ein paar Tage Heimaturlaub, wie sich aus seiner Karte vom 14.01.1916 ableiten lässt. Dort schreibt er, dass er bald heim kommt. Die nächste erhaltene Karte aus dem Felde schickt er dann am 12.03.1916 nach Hause.

Read more

Kämpfe im Wald von Ailly

24. Mai 1916

Kämpfe im Wald von Ailly

Vom 24.05. bis zum 16.07.1916 ist Franz Mack mit seiner Einheit in Kämpfe zwischen Maas und Mosel im Wald von Ailly verwickelt. In Rebers Regimentsgeschichte steht: Am 23. Mai, zwischen 1:30 und 2:15 (Uhr) morg., marschierte das Bataillon, in seinen beiden rechten Kompagnie-Abschnitten durch 19er, in den beiden linken durch Teile des Landw.Inf.Rgts. 66 abgelöst, kompagnieweise nach St. Mihiel, wo die 6. und 8. Komp. unterkamen, während die 5. und 7. in die Haubitzenschlucht rückten. In der Nacht vom 25./26. Mai zwischen 2:00 und 3:00 morg. bezog es nach Ablösung des II./Z.-Rgts. den Unterabschnitt I, den es künftig abwechslungsweise mit dem I: Batl. zu besetzen hatte. Unsere Baukompagnie wurde zu St. Mihiel in Quartieren, die das I./Z.-Rgts. verlassen hatte, untergebracht. Am 11.07.1916 schickt er diese Fotografie von sich (sitzend, weißes Hemd, ohne Schaal) und Kameraden nach Hause, von dem er sagt, es zeige ihn „leidend“.

Read more

Stellungskämpfe im Artois

18. Juli 1916

Stellungskämpfe im Artois

Zwischen 18.07. und 02.09.1916 ist Franz Macks Einheit in Stellungkäpfen im Artois verwickelt. Aus dieser Zeit sind vier Postkarten erhalten. Auf einer vom 17.08.1916 bricht sich Franz‘ Enttäuschung über das Ausbleiben eines Friedens zwischen den Nationen Bahn. Am 27.08.1916 schickt er eine Fotografie von sich heim, die ihn offenbar bei der Austeilung von Lebensmitteln zeigt (stehend, ganz rechts). Laut Regimentsgeschichte ging Franz‘ 21. Infanterie-Regiment Anfang Juli noch davon aus, bald in die Schlacht um Verdun eingreifen zu müssen. Reber schreibt: Am 1. Juli (1916, C.M.) erhielt der Regimentskommandeur die vertrauliche Mitteilung, daß die 5. Inf. Div. (zu der auch Franz‘ 21. Infanterie-Regiment gehörte, C.M.) zwischen dem 10. und 20. Juli abberufen werde, um – zu Angriffszwecken – anderswo Verwendung zu finden. Uns wird, daran zweifelte niemand, die große Schlacht (um Verdun, C.M.) in ihren Strudel ziehen, die uns seit Monaten ihren grollenden Donner in die Ohren hämmerte (…) Man nützte die Stunde, die der Vorbereitung auf die ernste Probe noch gegönnt war. Eingehend übte die Truppe den Angriff auf befestigte Stellungen, den Gebrauch von Verbindungsmitteln jeder Art, Handgranatenwerfen, Scharfschießen, alles auch mit aufgesetzter Gasmaske. Trotz aller Vorbereitungen auf die Großschlacht hatte die Oberste Heeresleitung andere Pläne für die „21er“ oder

Read more

Schlacht an der Somme

5. September 1916

Schlacht an der Somme

Zwischen 05.09. und 23.09.1916 wird Franz Mack Zeuge einer der blutigsten Schlachten des Ersten Weltkrieges, der Schlacht an der Somme. Hier wurden innerhalb eines halben Jahres über eine Millionen Soldatenleben aller beteiligter Nationen ausgelöscht. An der Somme wurde im September 1916 erstmalig im Krieg von britischer Seite eine neue Kriegswaffe, die Tanks (Panzer), eingesetzt. In den „Erinerungsblättern“ des 21. Infanterie-Regiments heißt es bei Reber Anfang September 1916: Diesmal fuhren wir nicht ins Ungewisse; es ging, das war allgemein bekannt, an die Somme, wo seit zwei Monaten zwischen Thiepval und Vermandovillers in einer Breite von fast 40 km die gewaltige Schlacht tobte, in der Engländer und Franzosen mit dem Aufwand höchster Kraft an Menschen und Kampfmitteln die deutsche Front zu durchbrechen suchten, eine Absicht, die ihnen bis jetzt nicht gelungen war. Laut gleicher Quelle wurde Franz‘ „21ern“ am 05.09.1916 in Caudry der „neue Falmmenwerfer“ vorgeführt. Anschließend sollten mehrere Gottesdienste im gleichen Ort die Männer auf „schicksalsschwere Tage“ vorbereiten. Ab dem 09.09.1916 kam das gesamte Regiment in Ytres zusammen. Man gehörte nun zur Heeresgruppe „Kirchbach“ und zur 1. Armee und konnte „die nächsten Tage noch zur Übung benützen“. Franz‘ 21. Inafnterie-Regiment wird in den kommenden Tagen hauptsächlich in der Gegend von Morval

Read more

Stellungskämpfe in französisch Flandern

24. September 1916

Stellungskämpfe in französisch Flandern

Nach ihrer Beteiligung an der verheerenden Somme-Schlacht kommt Franz Macks Einheit zwischen 24.09.1916 und 01.05.1917 in französisch Flandern zum Einsatz. Reber schreibt in den Erinnerungsblättern des Regiments: Das Reigment bezog in der Nacht vom 23./24. September die neue Stellung westlich Fromelles (Peßstadt).   Über die Vorteile der Lanschaft berichtet Reber: Die flandrische Landschaft war für uns Neuland. Eine weitläufige grüne Ebene. Von Pappelreihen begleitete Straßen, schmale, träge, buschumsäumte Wasserläufe ziehen den Blick in die Ferne, Ortschaften, in Baumgruppen gebettet, Herrensitze, hinter Parkanlagen versteckt, da und dort eine Windmühle mit gezackten Umrissen ihrer ruhenden Flügel heften ihn auf sich. Aber auch die Nachteile kommen bei ihm zur Sprache: Das Grundwasser steht so hoch, daß es unmöglich ist, sich in die Erde einzuwühlen, wie wir es im bois brûle, in der Champagne, im Aillywald, in der Lenser Stellung und an der Somme gewöhnt waren. Die Gräben sind daher seicht und die Brustwehren bestehen aus Sandsäcken und erdgefüllten Kisten; eine Rückenwehr ist nicht vorhanden. Granatenorkane von der Art, wie wir sie eben an der Somme erlebt haben, würden das gebrechliche Zeug in Kürze wegfegen. Die Männer erfahren außerdem, dass sie die nächsten Monate und somit auch den Winter über in täglicher Arbeit das

Read more

Eisernes Kreuz

14. Oktober 1916

Eisernes Kreuz

Am 14.10.1916 bekommt der Infanterist Franz Mack das Eiserne Kreuz zweiter Klasse verliehen. Das Datum ist durch Franz Macks Soldbuch und die Kriegsstammrolle überliefert. Wofür genau er die Auszeichnung erhält, ist unklar, da eine Verleihungsurkunde nicht erhalten ist. Franz‘ Regiment befindet sich zum Zeitpunkt der Verleihung des Ordens in französisch Falndern, in der Nähe von Fromelles. Reber berichtet in seiner Regimentsgeschichte, dass zum Zeitpunkt der Ordenverleihung sowohl australische als auch britische Truppen Vorstoßversuche in die deutschen Gräben unternommen hätten, die die Gefangennahme einzelner Soldaten zum Ziel gehabt haben sollen. Anfang Oktober seien die Gräben der Nachbarkompagnien bereits von feindlichen Stoßtruppen heimgesucht worden, weswegen man bei Franz‘ „21ern“ ebenfalls mit feindlichem Eindringen in den Graben rechnete: Unsere Vorposten waren auf der Hut. Und der Besuch ließ nicht lange auf sich warten. Einer Minenbeschießung am 11. und am 12. (Oktober), die uns 12 Mann an Toten und Verletzen kostete, folgte in der Nacht zum 13. der Vorstoß mehrerer britischer Gruppen; er wurde aber von der wachsamen 3. Komp.(agnie) unter Lt. d. R. (Leutnant der Reserve) Braun schneidig aufgefangen und verfehlte seinen Zweck, einen der unseren aus dem Graben zu holen, vollständig. Vermutlich war es das Abweisen dieses feindlichen Vorstoßes, an dem Franz

Read more

Auf Heimaturlaub in Nürnberg

29. Dezember 1916

Auf Heimaturlaub in Nürnberg

Über den Jahreswechsel 1916/1917 bekommt Franz Mack Urlaub, der vom 29.12.1916 bis zum 11.01.1917 andauert. Auf einem stark verwitterten Urlaubsschein ist folgendes zu lesen: Der Infanterist Franz Mack 4/21. Inf. Regts. (4. Kompagnie, 21. Infanterie-Regiment, C.M.) ist vom 29. Dezember 1916 bis einschließlich 11. Januar 1917 nach Nürnberg beurlaubt. Br. St. Qu. (steht möglicher Weise für „Büro Saint Quentin„, C.M.), 28.12.1916 A.B. Feustel (?) Oberleutn. und Ordonnanz-Off. Auf der Rückseite steht vermerkt: 1.) Hat für Hin- und Rückfahrt je einen besonderen Fahrschein erhalten. 2.) Mit Verpflegung abgefunden bis einschliesslich 29.121916. Mit Brot abgefunden bis einschliesslich 30.12.1916 3) Benürzt (?): a) für Heimreise von Lille-Nord bis Frankfurt a.M. Muz 11. (?) b) für Rückreise von Frankfurt a.M. bis Lille-Nord Muz 12 (?) 4) Mack muss bis 12. Januar 1917 9:00 Abends in Lille-Nord eingetroffen sein. Über den Jahreswechsel an der Front, den Franz in seinem Heimaturlaub verpasst, heißt es in den Erinnerungsblättern bei Reber: Das Regiment trat ins neue Jahr mit einer Verpflegsstärke von 62 Offizieren, 2767 Mann, 247 Pferden. Dazu kamen 18 M.G. und 11 Minenwerfer. Auf einer Postkarte aus Brüssel mit Stempel vom 15.01.1917 setzt Franz seine Eltern darüber dann schließlich darüber in Kenntis, dass er wieder zurück an

Read more

Schlacht bei Arras

2. Mai 1917

Schlacht bei Arras

In Franz Macks Militärpass ist für die Zeit vom 02.05. bis 08.05.1917 handschriftlich schwer lesenbar vermerkt: „Frühlingsschlacht a. Arras„. Anfang Mai 1917 wurden Franz Macks „21er“ in die Gegend von Douai verlegt, etwa 10 Kilometer westlich vom nordfranzösischen Arras. Reber zieht in den Erinnerungsblättern des Regiments folgende Bilanz der vorangegangenen Zeit: Wir hatten in der Stellung bei Fromelles 98 Mann an Toten verloren (…) Die Verwundeten (…) hatten eine weit höhere Zahl erreicht. Nun zieht das 21. Infanterieregment also in die Arrasschlacht, die laut Reber seit dem 09. April wütete und wird in die Frontlinie „Lens–Méricourt–Acheville–Fresnoy–Oppy–Gavrelle–Chérisy-Fontane“ eingegliedert. Schnell wird klar, dass die „21er“ helfen sollen, den „in einen Trümmerhaufen verwandelten“ Ort Fresnoy(-en-Gohelle) zurückzuerobern. Für Franz ist die neue Stellung und der damit verbundene Auftrag gleichzeitig seine letzte Station im Krieg, denn am 08.05. erhält er eine schwere Verwundung, die ihn bis nach Kriegsende ans Bett fesselt. Für die deutsche Seite bedeutete die Schlacht bei Arras ein militärische Niederlage, die allerdings keine entscheidende Wende im Kriegsverlauf darstellt. Für die Entente und deren Verbündete, wurde die Arrasschlacht und besonders deren Auftakt, die Schlacht bei Vimy und der dortige Durchbruch durch die deutschen Linien, ein wichtiger Eckpfeiler der eigenen nationalen Identität. Dies gilt

Read more

Rückenschuss beim Angriff auf Fresnoy

8. Mai 1917

Rückenschuss beim Angriff auf Fresnoy

In den Morgenstunden des 08.05.1917 beginnt Franz Macks 21. Infanterie-Regiment einen Sturmangriff auf das winzige französische Dörfchen Fresnoy. Bei diesem Angriff trifft ein Granatsplitter aus deutschen Artillerierohren Franz in der Kreuzbeingegend und verletzt dabei auch Nervenkanäle. Franz verbringt darauf 16 Monate lang in Lazaretten. Der Granatsplitter wird ihm bereits im Juli 1917 zu Hause (an der technischen Hochschule München) herausoperiert. Die Verletzung beendet seine Laufbahn beim Militär. Franz Mack ist nicht mehr diensttauglich und muss deshalb nicht mehr zurück in den Schützengraben. Über die Vorgeschichte der Erstürmung von Fresnoy heißt es in Rebers Erinnerungen des 21. Infanterie-Regiments, dass der Ort bei einem „Massenangriff“ zu einem „Trümmerhaufen“ zerschossen und den Engländern samt anliegender Gräben in die Hände gefallen war, woraufhin Franz‘ Regiment den Befehl zur Wiedereroberung erhalten hatte. In der zerschossenen Kirche (im ca. 50 Kilometer von Fresnoy entfernten Beaumont, C.M.) wird in der Frühe des 6. (Mai 1917) noch ein kurzer Gottesdienst abgehalten. Vorne im Chor geht das heilige Opfer vor sich, im Kirchenschiff liegt an zerklüftetem Gemäuer ein Häuflein von 30-40 meist schwer verstümmelten Soldatenleichen, die den im Gotteshause Versammelten mit greifbarem Ernst die Frage in’s Bewußtsein drängen: „Morgenrot, Morgenrot, leuchtet mir zum frühen Tod?“ (…) Die Anordnung, dass

Read more

Rückkehr im Lazarettzug

18. Mai 1917

Rückkehr im Lazarettzug

Nach seiner schweren Verwundung beim Sturm auf Fresnoy am 08.05.1917 wird Franz Mack laut Kriegsstammrolle zunächst einen Tag lang vom Feldlazarett 256 behandelt. Am 10.05. kann er ins Kriegslazarett nach Lille verlegt werden, wo er eine Woche bleibt. Der Krankentransport von Lille nach München beginnt am 18.05.1917. Am 20.05. wird Franz Mack bereits im Reserve-Lazarett München aufgenommen. Die Rückfahrt in die Heimat erfolgt in einem Lazarettzug. Möglicher Weise handelt es sich um den so genannten „Bayerischen Vereinslazarettzug V3“, der ab April 1915 an der Westfront eingesetzt wurde und im Standquartier Baroncourt an der Bahnlinie Sedan-Conflans bereit stand (an dieser Stelle herzlichen Dank an das Siemens Unternehmensmuseum für Medizinische Technik in Erlangen für die freundliche Freigabe des unten stehenden Fotos!). In der mündlichen Überlieferung innerhalb der Familie Mack heißt es, dass Franz Mack seine Verbände auf dieser dreitägigen Fahrt mehrfach „durchgeblutet“ habe. Die Fahrt im Lazarettzug muss dennoch für damalige Verhältnisse relativ komfortabel gewesen sein. So war der „Bayerische Vereinslazarettzug V3“ (Kosten 1914: ca. 80.000 Mark) mit insgesamt 26 Wagen ausgestattet. 16 davon waren Krankenwagen mit insgesamt 202 Bettenplätze für verwundete Soldaten. Neben Küchen- und Vorratswagen verfügte der Zug auch über einen modernen Operationswagen. Sollte Franz nicht in genau diesem Zug

Read more

Ankunft im Lazarett in München

20. Mai 1917

Ankunft im Lazarett in München

An diesem Tag wird der verwundete Franz Mack laut Eintragung in der Kriegsstammrolle ins Reservelazarett in München verlegt. Zuvor war er aus dem Feldlazarett 256 ins Kriegslazarett Lille verlegt worden und kommt nun per Lazarettzug in der bayrischen Landeshauptstadt an. Am 21.05.1917 schickt Franz diese Ansicht der Martinschule, welche als Reservelazarett diente, an seine Eltern in Nürnberg, um ihnen seine Anschrift dort mitzuteilen.

Read more

Granatsplitter-OP

4. Juli 1917

Granatsplitter-OP

An diesem Tag wird Franz Mack der Granatsplitter, der ihn rund zwei Monate zuvor am 08.05.1917 in der Kreuzbeingegend verwundet hat, in München operativ entfernt. Das OP-Datum hat Franz in seinen Adressblock notiert. Es stellt neben dem Datum seiner Verwundung die einzige kriegsbezogene Notiz darin dar. Erst am 15.03.1918 kann Franz aus stationärer ärztlicher Behandlung entlassen werden. Er kommt zwar noch einmal zurück in die Reihen seiner Einheit, muss aber nicht wieder an die französische Front. Die Folgen seiner Verletzung, eine Lähmung der Blase, begleiten ihn sein Leben lang.

Read more

Verlegung nach Nürnberg

6. September 1917

Verlegung nach Nürnberg

An diesem Tag wird Franz Mack laut Eintragungen in seinem Soldbuch und der Kriegsstammrolle von München zurück in seine Heimatstadt, ins Reservelazarett Nürnberg, verlegt, welches sich damals im Sebatsianspital befand. Heute ist das Sebastianspital am Wöhrdersee ein Altenheim. Aus Franz‘ Zeit im Nürnberger Lazarett hat sich ein Erinnerungsstück in Form eines Aschenbechers erhalten:

Read more

Militärverdienstkreuz

15. Februar 1918

Militärverdienstkreuz

In Franz Macks Militärstammrolle wird unter „Orden und  Ehrenzeichen“ neben dem Eisernen Kreuz auch das bayerische Militärverdienstkreuz dritter Klasse mit Schwertern aufgeführt, welches Franz am 15.02.1918 verliehen wurde. Am 28.12.1917 schreibt Leutnant Georg Kaul, der direkte Vorgesetzte von Franz, an diesen einen Brief. In ihm heißt es: Kann Dir zu Deiner und meiner Freude mitteilen, daß mein Vorschlag zum Verdienstkreuz (…) genehmigt wurde. Ich gratuliere Dir also heute schon zu der kommenden Auszeichnung. Die Auszeichnung kann nur in Zusammenhang mit Franz‘ schwerer Verwundung stehen; genaueres ist allerdings nicht überliefert. Zum Zeitpunkt der Verleihung lag Franz noch im Lazarett. Das Verdienstkreuz und das Band befinden sich noch in Familienbesitz, ebenso das Verwundetenabzeichen in schwarz, das weder im Militärpass noch in der Kriegsstammrolle Erwähnung findet.

Read more

Verwundetenabzeichen

11. März 1918

Verwundetenabzeichen

Am 11. März 1918 erhält Franz Mack das erst am 03. März durch Kaiser Wilhelm II. gestiftete Verwundetenabzeichen. Da er insgesamt zwei Mal im Ersten Weltkrieg verwundet wurde, erhält er die Ausführung des Verwundetenabzeichens in Schwarz. Das Abzeichen wurde auch in den Ausführungen Silber (drei bis vier Verwundungen) und Gold (ab fünf Verwundungen) verliehen. Ein Besitz-Zeugnis von Juni 1919 belegt die Verleihung des Abszeichens. Es befindet sich heute noch in Familienbesitz.

Read more

Entlassung vom Militär

31. Juli 1918

Entlassung vom Militär

Nachdem er bereits am 15. März 1918 aus dem Reservelazarett Nürnberg entlassen wurde, erfolgt Franz Macks endgültige Entlassung vom Militär am 31. Juli des gleichen Jahres. Bereits am 28.03.1918 schreibt er seinem Vorgesetzten Leutnant Georg Kaul: Ich bin seit 14 Tagen bis zum Abschluss des Kriegsunbrauchbarkeits-Verfahrens und somit zur Entlassung beurlaubt. Nach den Feiertagen werde ich einen Arbeistversuch unternehmen. Aufgrund seiner schweren Kriegsverletzung ist Franz Mack nicht mehr diensttauglich. Wann genau das so genannte Kriegsuntauglich- bzw. -unbrauchbarkeitsverfahren abgeschlossen war und somit für Franz fest stand, dass er nicht zurück an die Front musste, ist nicht überliefert. Bereits mit Bescheid vom 21.02.1918 hatte der Infanterist Franz Mack allerdings rückwirkend ab dem 08.05.1917 Anspruch auf eine Invalidenrente in Höhe von 147 Mark und 30 Pfennig im Jahr. Mit Bescheid vom 23.07.1918 erhielt Franz 50 Prozent der Vollrente in Höhe von 540 Mark, also 270 Mark jährlich.

Read more

Enkel von Franz Mack. Studierter Historiker, ausgebildeter Journalist, Blogger und Autor. Dreht Filme als dervideograf.de.