02.07.1915: Auch der Römer liegt dort

Feldpostkarte mit Motiv des Bois-Brulé (bei Apremont-la-Forét) vom 02.07.1915 an die Eltern:

Meine Lieben!

Hier ruhen die Tapferen, die bei der Erstürmung des Erdwerks* gefallen sind. Auch der Römer liegt dort (möglicher Weise handelt es sich um den im Dezember 1914 vermissten Andreas Römer, C.M.).

Viele Grüße

Franz

* Die als „Erdwerk“ bezweichnete französische Festung im Wald von Apremont, auch Bois brulé genannt, wurde ab dem 06. Oktobers 1914 bis zum Jahreswechsel von den Deutschen unter starker Beteiligung von Franz‘ 21. Infanterie-Regiment erstürmt und schließlich nach verlustreicher Schlacht eingenommen. Franz befand sich zu diesem Zeitpunkt noch in der Grundausbildung in Fürth.

Feldpostkarte Erster Weltkrieg Bois-BruleFeldpostkarte Erster Weltkrieg Bois-Brule


Aus dem deutschen Heeresbericht vom 02.07.1915:
„In den Vogesen nahmen wir auf dem Hilsenfirst zwei Werke. Rückeroberungsversuche des Gegners wurden abgewiesen. An Gefangenen fielen 3 Offiziere, 149 Mann in unsere Hand.“
(Quelle: www.stahlgewitter.com/15_07_02.htm)

Feldpostkarte gelesen von Christian Mack (zum Abspielen anklicken):

Enkel von Franz Mack. Studierter Historiker, ausgebildeter Journalist, Blogger und Autor. Dreht Filme als dervideograf.de.

4 comments On 02.07.1915: Auch der Römer liegt dort

  • Hallo Christian,

    schöne Seite und sehr interessantes Material.

    Ein paar Anmerkungen zum Bois Brûlé:

    Einzelheiten zu den kriegerischen Ereignissen habe ich auf meiner Seite, die Du oben verlinkt hast, im Groben dargestellt. Bei weiteren Fragen bitte melden. Der abgebildete Friedhof dürfte im nordwestlichen Bereich des Bois le Jura (bei den Deutschen Jurat-Wald genannt) gelegen haben. In der Gegend gab es zu Kriegszeiten dem Grunde nach nur zwei größere Friedhöfe, die von der Gestaltung in Betracht kämen, nämlich einerseits denjenigen für die Gefallenen aus dem Bois Brûlé und angrenzender Bereiche sowie einen weiteren für die Gefallenen aus dem Gebiet und der Umgebung des Bois d´Ailly sowie des Frontabschnitts “Kuhkopf” weiter westlich. Der letztgenannte Friedhof wurde im Bois de Gobessart angelegt und an seiner Stelle befindet sich heute die große deutsche Kriegsgräberstätte. Insofern spricht Einiges dafür, dass “Dein” Friedhof derjenige im Bois le Jura war.

    “Der Römer” dürfte Soldat in einem der an den Kämpfen beteiligten bayerischen Regimenter gewesen sein. Es spricht Einiges dafür, dass er im K.B. IR 21 Dienst tat, wie auch Dein Opa. Ausgeschlossen werden kann aber nicht, dass er ggf. auch im K.B. IR 14, 19, 7, einer Artillerie- oder sonstigen Einheit war, die an den Kämpfen beteiligt war. Man müsste einmal die Verlustlisten der in Betracht kommenden Einheiten durchsehen, ob sich da vielleicht ein “Römer” findet.

    • Hallo Stefan,

      danke für die Ergänzungen und Dein Fachwissen, auf das ich sicher auch an anderer Stelle gerne noch mal zurückgreifen werde!
      Da „der Römer“ im weiteren Verlauf der Postkarten-Korrespondenz nicht wieder auftaucht, könnte ich es wohl verschmerzen, wenn ich nicht noch genaueres zur Person herausfinde.
      Andererseits wär es sicher eine spannende „Fußnote“ 🙂

      LG
      Christian

  • Im Bois Brule befanden sich in 1915 sogenannte „Redoutes“. Das waren mit Holz befestigte Erdwerke. Das bekannteste ist die „Croix de Redoutes“ westlich von Apremont.
    Die dort eingesetzten bay. Infanterie-Regimenter 7, 14 und 21 erlitten beim Sturm schwere Verluste bis zur Hälfte ihres Bestandes. Dort sind heute noch betonierte Unterstände und Minenwerferstellungen zu besichtigen…….

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