Granatsplitter, linke Hand

Mit Postkarte vom 25.10.1915 erkundigt sich Franz’ Kamerad Hans mit gewisser Besorgnis nach dessen Befinden:

Habe gehört, dass ihr schwere Verluste gehabt, schreibe mir kurz Näheres, soweit erlaubt.

Hans’ Sorge ist berechtigt, denn viert Tage zuvor (21.10.1915), während der Herbstschlacht in der Champagne, wurde Franz Mack von einem umherfliegenden Granatsplitter an der linken Hand getroffen. Über die Tage, in die auch Franz’ Verwundung fällt, steht in Rebers Regimentsgeschichte Folgendes:

Bis zum Abend des 20. (10.1915) hatten wir bereits 61 Tote, 98 Verwundete (…) außerdem 12 Vermißte. In der Nacht zum 21. tötete oder verletzte ein in einen Unterstand gehender Volltreffer 14 Mann.

Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist es eben dieser Volltreffer, dessen Splitterwirkung Franz’ Verletzung hervorgerufen hat. Im offiziellen Heeresbericht des Tages werden für den westlichen Kriegsschauplatz “keine besonderen Ereignisse” festgehalten.

Zwar liegt Franz mit seiner an diesem Tag erlittenen Kriegsverletzung, die seine erste schwere in diesem Krieg ist, rund einen Monat im Lazarett Tourenne in Sedan. Allerdings schreibt er schon wenige Tage nach seiner Verwundung, in seiner Feldpostkarte vom 29.10.1915, an seine Mutter:

Sei getrost ohne Sorge. Meine Wunde heilt sehr schön und ist durchaus nicht schlimm.

Am 25.11.1915 meldet er sich wieder bei seiner Einheit zurück. Die Herbstschlacht in der Champagne ist zu diesem Zeitpunkt bereits vorbei.

Feldpostkarte Fotografie Erster Weltkrieg Sedan
Foto von Franz Mack im Lazarett (sitzend, dritter von rechts) vom 16.11.1915.
Franz Mack im Lazarett, nachkoloriert
Nachkolorierung von Doug Banks (colourisehistory.com).

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