Auf Heimaturlaub in Nürnberg

Über den Jahreswechsel 1916/1917 bekommt Franz Mack Urlaub, der vom 29.12.1916 bis zum 11.01.1917 andauert. Auf einem stark verwitterten Urlaubsschein ist folgendes zu lesen:

Urlaubsschein
Stark verwitterter Urlaubsschein von Dezember 1916.

Der Infanterist Franz Mack 4/21. Inf. Regts. (4. Kompagnie, 21. Infanterie-Regiment, C.M.) ist vom 29. Dezember 1916 bis einschließlich 11. Januar 1917 nach Nürnberg beurlaubt.

Br. St. Qu. (steht möglicher Weise für “Büro Saint Quentin“, C.M.), 28.12.1916

A.B.

Feustel (?)

Oberleutn. und Ordonnanz-Off.

Auf der Rückseite steht vermerkt:

1.) Hat für Hin- und Rückfahrt je einen besonderen Fahrschein erhalten.

2.) Mit Verpflegung abgefunden bis einschliesslich 29.121916.

Mit Brot abgefunden bis einschliesslich 30.12.1916

3) Benürzt (?):

a) für Heimreise von Lille-Nord bis Frankfurt a.M.

Muz 11. (?)

b) für Rückreise von Frankfurt a.M. bis Lille-Nord

Muz 12 (?)

4) Mack muss bis 12. Januar 1917 9:00 Abends in Lille-Nord eingetroffen sein.

Über den Jahreswechsel an der Front, den Franz in seinem Heimaturlaub verpasst, heißt es in den Erinnerungsblättern bei Reber:

Das Regiment trat ins neue Jahr mit einer Verpflegsstärke von 62 Offizieren, 2767 Mann, 247 Pferden. Dazu kamen 18 M.G. und 11 Minenwerfer.

Auf einer Postkarte aus Brüssel mit Stempel vom 15.01.1917 setzt Franz seine Eltern darüber dann schließlich darüber in Kenntis, dass er wieder zurück an der Front ist. Er schreibt:

Euer Franz ist gut angekommen (…)

Die hier beschriebene Beurlaubung stellt mit Sicherheit nicht die einzige in Franz’ zweieinhalb Jahren an der Front dar, ist aber die einzige, die sich durch offizielle Unterlagen eindeutig begelgen lässt.

Zu Beginn des Jahres 1916 kam Franz offenbar schon einmal auf Urlaub nach Hause, wie seine Karte vom 14.01.1916 schließen lässt. Dieser Urlaub dürfte bis Anfang Feburar gedauert haben, denn am 03.02.1916 folgt eine Karte mit Motiv des Frankfurter Hauptbahnhofes, in der Franz schreibt, dass er wieder “auf altem Posten sei” und es ihm “sauwohl” ginge.

Feldpostkarte Erster Weltkrieg Frankfurt Hbf
Frankfurt (a. M.) – über diesen Bahnhof ging es für Soldaten wie Franz Mack an die französische Front.

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