Feldpostkarte Erster Weltkrieg

26.05.1916: Man hofft das Beste

Feldpostkarte mit unverortbarem Motiv vom 26.05.1916 von Franz‘ Schwager Karl Engelhardt an Franz‘ Mutter Margarethe Mack:

Liebe Mutter!

Danke Dir für Dein Kärtchen mit den Glückwünschen (zu seinem 36. Geburtstag zwei Tage zuvor, C. M.), mögen sie in Erfüllung gehen, man hofft halt wieder das Beste. Ich bin noch gesund und freue mich, dasselbe von Euch zu erfahren. Bei uns gibt es gegenwärtig wenig zu schreiben, doch davon später einmal mehr. Dank für die Grüße von Tante Back, sende ihr ebenfalls wieder welche, so sende ich Dir die herzlichsten Grüße mit dem Wunsch auf ein gesundes Wiedersehen.

Dein Schwiegersohn Karl

Viele Grüße an Vater, Hans, Grete und Lina

Feldpostkarte Erster WeltkriegFeldpostkarte Erster Weltkrieg


Aus dem deutschen Heeresbericht vom 26.05.1916:
„Links der Maas wurde ein von Turkos ausgeführter Handgranatenangriff westlich der Höhe 304 abgeschlagen.
Auf dem östlichen Maasufer setzten wir die Angriffe erfolgreich fort. Unsere Stellungen westlich des „Steinbruchs“ wurden erweitert, die Thiaumontschlucht überschritten und der Gegner südlich des Forts Douaumont weiter zurückgeworfen. Bei diesen Kämpfen wurden weitere 600 Gefangene gemacht, 12 Maschinengewehre erbeutet. “
(Quelle: www.stahlgewitter.com/16_05_26.htm)

Feldpostkarte gelesen von Christian Mack (zum Abspielen anklicken):

Feldpostkarte Erster Weltkrieg Fürth

23.05.1916: Rekrutenpost vom kleinen Bruder

Feldpostkarte von Hans Mack mit Motiv aus Fürth vom 23.05.1916 an Franz Mack:

Lieber Franz!

Hiermit übersende ich Dir unsere neueste Aufnahme vom Geismannssaal. Hier bin ich jetzt schon 7 Wochen. Andreas muss heute einrücken. Sonst gibt’s nichts Neues, nur dass Hanna Kesemeyer musste fort, wirst du wohl schon wissen.

Gib mal wieder ein Lebenszeichen

Gruß Hans

Feldpostkarte Erster Weltkrieg FürthFeldpostkarte Erster Weltkrieg Fürth


Aus dem deutschen Heeresbericht vom 23.05.1916:
„Links des Flusses nahmen wir südlich des Camardwaldes ein französisches Blockhaus. Feindliche Angriffe östlich der Höhe 304 und am Südhange des „Toten Mannes“ scheiterten. Rechts des Flusses kam es auf der Front nördlich des Gehöftes Thiaumont bis in den Caillettewald zu heftigen Infanteriekämpfen. Im Anschluß an starke Feuervorbereitung drangen die Franzosen in unsere vordersten Stellungen ein. Unsere Gegenstöße warfen sie auf den Flügeln des Angriffsabschnitts wieder zurück. Südlich des Dorfes und südlich der ehemaligen Feste Douaumont, die übrigens fest in unserer Hand blieb, ist der Kampf noch nicht abgeschlossen. Nordwestlich der Feste Vaux wurde ein vorgestern vorübergehend in Feindeshand gefallener Sappenkopf zurückerobert.“
(Quelle: www.stahlgewitter.com/16_05_23.htm)

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Zuschnitt und leichte Farbbearbeitung des Originalfotos.

Feldpostkarte gelesen von Christian Mack (zum Abspielen anklicken):

Feldpostkarte Erster Weltkrieg

17.05.1916: Alte Bekannte

Feldpostkarte mit Motiv des zerstörten Marché Couvert in St. Mihiel vom 17.05.1916 an die Eltern:

Liebe Eltern!

Karte von Mutter mit Freude erhalten. Traf kürzlich den Sohn von Frau Gundel (Goethestr.) [Wahrscheinlich ist die Rede von Andreas Gundel, gefallen 21.04.1917, C. M.]

Viele Grüße

Franz

Feldpostkarte Erster WeltkriegFeldpostkarte Erster Weltkrieg


Aus dem deutschen Heeresbericht vom 17.05.1916:
„Südwestlich Lens fanden im Anschluß an Minensprengungen lebhafte Handgranatenkämpfe statt.
Auf beiden Maasufern steigerte sich zeitweise die gegenseitige Feuertätigkeit zu großer Heftigkeit. Ein Angriff der Franzosen gegen den Südhang der Höhe 304 brach in unserem Sperrfeuer zusammen.
Die Fliegertätigkeit war auf beiden Seiten rege. Oberleutnant Immelmann schoß westlich Douai das 15. feindliche Flugzeug herunter. Ein englisches Flugzeug unterlag im Luftkampf bei Fournes; die Insassen, zwei englische Offiziere, wurden unverwundet gefangen.“
(Quelle: www.stahlgewitter.com/16_05_17.htm)

Feldpostkarte gelesen von Christian Mack (zum Abspielen anklicken):

Radio Erft

Radio: Opas Krieg für die Ohren

Mit Opas Krieg läuft’s grad so richtig rund. Über mangelndes Medieninteresse am Blog kann ich mich seit Beginn des Projektes schon nicht beklagen, denn das Echo dort war von Anfang an erfreulich beständig. Die Taktung der Presseveröffentlichungen ist aber in den letzten Tagen und Wochen noch einmal deutlich enger geworden.

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Mit Volker Groß (links) im Studio von Radio Bonn/Rhein-Sieg.

Man muss kein Seher sein, um den Grund hierfür zu finden: Die Nominierung für den Grimme Online Award hat mein kleines Ein-Mann-Hobby-Blogprojekt natürlich noch einmal ganz neu ins Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit gestellt.

Mich als ehemaligen Radiomacher freut natürlich besonders, wenn ein Radiosender sich an die Herausforderung wagt, das überwiegend von der Optik getragene Projekt Opas Krieg für die Ohren aufzubereiten. Und verschiedene Sender haben da natürlich unterschiedliche Herangehensweisen.

Der erste Sender, der sich (Ende letzten Jahres) akustisch Opas Krieg gewidmet hat war PULS vom Bayerischen Rundfunk, der neben der Online-Komponente auch ein wenig den lokalen Faktor (Opa Franz war ja Bayer Franke) für sich entdeckte:

 

Nach der Grimme-Nominierung berichtete am vergangenen Wochenende dann auch Radio Erft unter Rückgriff auf den kleinen Kunstgriff, mich als „Rheinländer“ (stimmt ja auch!) in den Erftkreis einzugemeinden und als Ex-Kollegen zu verkaufen (auch das stimmt gewissermaßen):

 

Besonders gefreut hat mich, dass mein Ex-Sender, Radio Bonn/Rhein-Sieg, heute in seiner Morgensendung auf in meinen Ohren nette und tolle Weise für Opas Krieg getrommelt hat.

 

Hier war natürlich der Ex-Mitarbeiter-Faktor auch im Spiel 😉

 

Vielen Dank allen drei Sendern für die schönen Beiträge und das Zusenden der Mitschnitte!

Grimme Online Award

Opas Krieg für Grimme Online Award nominiert

Was für ein Tag!

Etwas ermattet von der überdurchschnittlich hohen Interaktionsfrequenz auf allen Social Media-Kanälen, die ich für Opas Krieg betreibe, sitze ich vor meinem Rechner und versuche Worte zu finden für das, was ich heute (und in den letzten Tagen) mit Opas Krieg erlebt habe. Zwischendurch surrt und summt mein Smartphone, weil wieder irgendwo eine Twitter- oder Facebooknachricht aufpoppt und ich mich wahrlich zwingen muss, dem Beantwortungs-Impuls nicht nachzugeben. Denn auf allen Kanälen trudeln Glückwünsche zur Nominierung von Opas Krieg für den Grimme Online Award ein.

Unterdrückte Freude

Von der Nominierung dieses Blogs weiß ich seit ungefähr 20 Tagen. Da aber eine Sperrfrist für die Bekanntgabe der 28 Grimme-Nominierten bis heute, 12 Uhr, galt, durfte ich niemandem etwas sagen. Deshalb konnte ich meine Freude über die Nominierung bis vor kurzem nur mit Verwandten und engen Freunden teilen, von denen ich sicher sein konnte, dass sie in dieser Sache „dicht halten“ würden. Das hat mich ehrlich gesagt ein bisschen aufgewühlt: Eine tolle Neuigkeit zu haben, die ich nicht teilen durfte.

Tafelrunde

Die „Tafelrunde“ der Nominierten.

Aber damit war ja heute Schluss: Für 11 Uhr hatte das Grimme Institut zur Pressekonferenz ins Hauptgebäude der Uni Köln geladen (als Alumnus der Uni Bonn sei mir an dieser Stelle der Seitenhieb gestattet, dass die Uni Bonn über das weitaus schönere Hauptgebäude verfügt). Dort versammelt waren fast alle der 28 Nominierten für den Grimme Online Award. Ich wusste zuvor nur von der eigenen Nominierung – wer meine „Konkurrenten“ sein würden war mir bis zuletzt nicht bekannt. Ein erstes Umschauen und Orientieren fiel schwer. Die meisten der Namensschilder waren so platziert, dass ich sie nicht lesen konnte. Ging den anderen aber auch so.

Erlesene Runde

Nachdem die nominierten Angebote und deren Vertreter, die übrigens fein säuberlich nach Kategorien sortiert („Information“, „Wissen & Bildung“, „Kultur & Unterhaltung“ und „Spezial“) um den langen Tisch verteilt worden waren, endlich reihum vorgestellt waren, wusste ich also nun endlich, in welch illustren Zirkel Opas Krieg geraten war.

Grimme Online Award

„Wissen & Bildung“ also.

Neben publizistischen Netzangeboten von ARTE, NDR, Weser-Kurier, ZEIT ONLINE, FAZ, SRF, Neue Züricher Zeitung, Deutschlandradio und Berliner Morgenpost standen auch noch reichweitenstarke Namen wie Jan Böhmermann und die anonyme Streetartkünstlerin Barbara. auf der Liste der Grimme Online-Nominierten. Und eben Opas Krieg. Puh.

Nun ist es ja nicht so, dass Opas Krieg das einzige „Webangebot“ aus dieser Runde war, das für sich im Konzert der Großen die Underdog-Rolle reklamieren kann (hier geht’s zur Liste aller Nominierten). Trotzdem fühlte ich mich ein wenig wie ein Neureicher auf einem Dîner zwischen alteingesessenen Adelshäusern.

Opas Krieg in der „Todesgruppe“

Machen wir uns nix vor: Das Niveau in allen Kategorien ist hoch und die Chance, dass Opas Krieg am Ende einen der acht Preise abräumt ist gering. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass die Mitbewerber in Opas Kategorie („Wissen & Bildung“) besonders stark sind: Ein reichweitenstarker YouTuber, ARTE, die Neue Züricher, die FAZ, dazu noch ein Forschungs-Blog über Trisomie 21. Außerdem meine Sitznachbarn: Ein schwuler Blogger mit Message und ein Podcaster, der über das Leben in der DDR berichtet. Im Fußball würde man wohl „Todesgruppe“ dazu sagen 😀

Grimme Preis-Franz Mack

Auch eine Nominierung kann eine Auszeichnung sein ;-)

Trotzdem oder gerade deshalb ist allein eine solche Nominierung schon ein Ritterschlag! Egal wie’s also am 24. Juni bei der Preisverleihung (wieder in Köln) ausgeht – ich kann mich jetzt schon irgendwie als Sieger fühlen 🙂

#VoteForOpa

Neben Daumen drücken, könnt ihr aber schon jetzt was für mich tun: Knöpfchen drücken. Und zwar das für den neunten Preis, der neben den acht fixen Preisen vergeben wird: Der Publikumspreis des Grimme Online Award.

Einfach dem Link HIER folgen oder rechts auf der Website auf das Grimme-Logo klicken und für Opas Krieg abstimmen. Das wäre der Wahnsinn 🙂

Zwar glaube ich nicht, dass ich mit diesem kleinen Blog gegen reichweitenstrarke (Kunst-)Personen wie Jan Böhmermann oder Barbara. ankomme. Aber seht’s mal so:

Der Böhmermann hat doch schon genug Grimme-Preise, oder? 😉

Feldpostkarte Erster Weltkrieg Conflans

27.04.1916: Feldgrau

Feldpostkarte mit Motiv aus Conflans ohne Datum (auf Grund der Art der Anschrift [„Kassier“] vermutlich zwischen März und Juli 1916) an die Eltern:

Feldgrau.

Man sieht das mit viel tausenden Gewehren und eben soviel Kanonenröhren, das Lausevieh sieht das geschwind, ein Zeichen, wie beliebt wir sind.

Gruß Franz

Feldpostkarte Erster Weltkrieg ConflansFeldpostkarte Erster Weltkrieg Conflans


Aus dem deutschen Heeresbericht vom 27.04.1916:
„Im Maasgebiet ist es neben heftigen Artilleriekämpfen nur links des Flusses zu Infanterietätigkeit gekommen, mit Handgranaten vorgehende englische Abteilungen wurden zurückgeschlagen.
Deutsche Patrouillenunternehmungen an mehreren Stellen der Front, so in der Gegend nordöstlich von Armentières und zwischen Vailly und Craonne, waren erfolgreich.“
(Quelle: www.stahlgewitter.com/16_04_27.htm)

Feldpostkarte gelesen von Christian Mack (zum Abspielen anklicken):

Feldpostkarte Erster Weltkrieg Truppen im Osten

Ahnen als Kriegsteilnehmer: 5 Tipps zur Suche

Mein (Ur-)Opa war auch im Ersten Weltkrieg – wie kann ich mehr über sein Kriegsschicksal herausfinden?

Da es hin und wieder vorkommt, dass man mich per Mail oder über facebook um Hilfe bei der Suche nach einem Ahnen fragt, der im Ersten Weltkrieg gekämpft hat, habe ich mich entschlossen, diese kleine Sammlung nützlicher Tipps zu verfassen.

Ganz ehrlich: Am Anfang hatte ich selber keine Ahnung, an welche Stellen ich mich wenden konnte, oder wo ich nach bestimmten Informationen suchen musste. Und so rannte ich auf der Suche nach Opa Franz auch in die ein oder andere Sackgasse. Auch jetzt lerne ich immer wieder aufs Neue dazu, wenn ich eine Anfrage an eine bestimmte Adresse richte und dann erfahren, dass ich dort völlig falsch bin. Aber auch das ist kein Beinbruch, denn in der Regel bringt einen der Misserfolg bei der Ahnenforschung auch weiter. Die inoffizielle erste Regel lautet also: Einfach drauflos fragen – was soll schon schiefgehen?

5 Tipps für faule Ahnenforscher

Bevor ich mit meiner Liste loslege, noch ein paar Anmerkungen zu ihr: Obwohl ich als studierter Historiker mit der Funktionsweise von Archiven vertraut bin, bin ich doch im Grunde eine faule Socke. Denn als digital native glaube ich daran, dass Wissen und Quellen online verfügbar sein sollten.

Wer seine Nachforschungen nach Opa oder Ur-Opa im Ersten Weltkrieg also gerade erst beginnt, möchte sicherlich erst einmal von zu Hause bzw. von seinem Computer aus forschen, bevor er sich in Auto, Bus oder Bahn setzt, die Reise zu einem Archiv antritt und dort staubige Dokumente wälzt. Die Aussicht darauf ist abschreckend und unsexy – also sehen wir uns doch erst mal im Netz um und schauen, was das www für uns tun kann!

Vorbereitung: Vorhandene Quellen zusammentragen

Bevor man das www mit Daten zum gesuchten Ahnen füttern kann, muss man über diese natürlich erst mal verfügen. Deshalb guckt euch mal auf dem Dachboden oder im Keller um: Welche Dokumente über den Gesuchten gibt es aus der Kriegszeit? Ist ein Militärpass oder ein Soldbuch vorhanden? Gibt es Fotos, Briefe, Postkarten oder gar ein Kriegstagebuch? Sind Orden erhalten? Gibt es weitere Unterlagen, die Rückschlüsse über Kriegseinsätze geben, wie z.B. Bescheinigungen über Invalidenrente oder ähnliches? All das sind vorzügliche Quellen und wenn man über sie verfügt, ist der Einstieg gemacht.

Soldbuch & Militärpass

Soldbuch und Militärpass von Franz Mack.

Manchmal hat man diese Quellen aber nicht. Dann lohnt es sich, im Familienkreis gezielt danach zu fragen: Hat vielleicht Omas Schwester noch etwas aufgehoben, oder entferntere Verwandtschaft, zu der man vielleicht sonst weniger Kontakt hat?

Und wenn wir schon dabei sind: Bitte nicht die „oral history“ vernachlässigen! Fragt Oma, Vater, Tanten, Brüder eures gesuchten Ahnen nach Geschichten – auch wenn ihr glaubt, schon alle ollen Familienkamellen auswendig zu kennen – auf manche Aspekte, die euch jetzt interessieren, hab ihr vielleicht in bereits bekannten Geschichten früher nicht so sehr geachtet. Jetzt können sie euch vielleicht neue Türen aufstoßen! Auch im Wohnort des Ahnen lohnt es sich eventuell ältere Bewohner nach Erinnerungen zu fragen, die mit dem Gesuchten nicht direkt verwandt sind. Manchmal kommen da auch erstaunliche Dinge zutage.

Denkt dran: Oft interessieren wir uns erst für unsere Ahnen, wenn diese nicht mehr da sind. Nutzt also jetzt die Chance, mit älteren Verwandten zu sprechen, solange ihr es noch könnt. Hinterher ärgert man sich umso mehr und wünscht sich, dass man sich doch bloß etwas mehr interessiert hätte…

1. Mitglied bei einem Ahnenforschungsportal werden

Ja, ich weiß: Das kostet Geld. Aber die paar lumpigen Kröten für einen Account bei ancestry, myheritage, familysearch oder einem anderen Portal zur Ahnenforschung können einen echt weiter bringen, wenn man es mit der Ahnenforschung ernst meint. Und zumeist kann man die Dienste solcher Portale über einen kostenlosen Probezeitraum kennenlernen, bevor man sich für (oder gegen) ein Abo entscheidet.

Auszug

Auszug aus der Kriegsstammrolle.

Ich persönlich benutze ancestry und habe dort mittlerweile meinen Stammbaum angelegt. Über das Programm habe ich beispielsweise Zugriff auf die Kriegsstammrolle, in der viele interessante Informationen zu Opas Kriegseinsatz zu finden sind (Gefechte, Auszeichnungen, Verletzungen, Dienstverhältnisse etc.) und die normaler Weise im Bayerischen Hauptstaatsarchiv lagert.

2. Ob gefallen oder nicht: Verlustlisten durchforsten

Egal ob euer Ahne den Krieg überlebt hat oder im Gefecht gefallen ist: Ein Blick auf die so genannten Verlustlisten lohnt sich immer. Denn diese Listen, die früher in Tagezeitungen veröffentlicht wurden, dokumentieren nicht nur den Tod eines Soldaten, sondern auch Verwundungen.

Hitler

Der Gefreite Hitler aus Braunau, Österreich.

Alles was es zur Suche braucht ist der Vor- und Zuname des Soldaten und am besten noch den Geburtsort – und schon spuckt die Software des Vereins für Computergenealogie Informationen aus – wie man hier am Beispiel der Kriegsteilnehmer Adolf Hitler oder Erich Maria Remarque sehen kann, der in diesem Fall mit seinem Geburtsnamen Erich Remark vermerkt ist.

3. Gräbersuche des Volksbundes nutzen

Leutnant Georg Kaul

Opas Kompanieführer, Leutnant Georg Kaul.

Ist der gesuchte Ahne auf dem Schlachtfeld des Ersten Weltkriegs zurückgeblieben (also gefallen) und man weiß über den Verbleib seiner Überreste nichts, dann lohnt sich eine Online-Suchanfrage beim Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Auch hier sollten zumindest Vor- und Nachname des Gesuchten bekannt sein, am besten auch Geburtsdatum und/oder Geburtsort – das erleichtert die Suche.

Über die Gräbersuche des Volksbundes habe ich beispielsweise herausgefunden, dass der Kompanieführer meines Opas, zu dem er zwischenzeitlich eine enge Bindung gehabt zu haben scheint, auf dem Soldatenfriedhof im belgischen Vladslo begraben liegt (dort ist er vermutlich aber nicht getötet worden, der Friedhof ist erst nach dem Krieg in seiner jetzigen Form entstanden).

4. Rotkreuzakten auf Kriegsgefangenschaft prüfen

Ein weiterer Aspekt, den es sich zu überprüfen lohnt: Kriegsgefangenschaft. Hat der damalige Freind den gesuchten Ahnen in seine Gewalt gebracht?

Über eine Online-Suchabfrage des internationalen Komitees des Roten Kreuzes sepziell für den Ersten Weltkrieg kann man in Erfahrung bringen, ob und wo Opa bzw. Uropa in Kriegsgefangenschaft geraten ist.

Danke an Christiane von erahnen.com für den Hinweis, auf dessen Grundlage ich diesen Artikel noch einmal überarbeitet habe!

5. In Regimentsgeschichte blättern

Möchte man wissen, welche Schlachten die Einheit des Ahnens geschlagen hat, empfiehlt es sich nach einer Regimentsgeschichte der Einheit Ausschau zu halten. In den 20er und 30er Jahren wurden – meist verfasst von einem ehemaligen Befehlshaber der Einheit – so genannte Erinnerungsblätter herausgebracht. Oft sind sie ein wenig völkisch-nationalistisch eingefärbt, allerdings geben sie doch eine sehr gute Quelle ab, wenn es um Gefechte und Geschichten rund um die Einheit geht. Oftmals beinhalten diese in Fraktur(schrift) gesetzten Erinnerungsblätter Fotografien und Landkarten, was sie noch interessanter macht.

Reg Gesch & Orden

Cover der „Erinnerungsblätter“ von Franz‘ „21ern“ mit Orden.

Man kann sie entweder als PDF über diese (optisch etwas seltsam anmutende) Seite beziehen oder man sucht bei ebay oder Online-Buchantiquariaten nach ihnen. Zwar ist der Erwerb eines physischen Exemplars deutlich teurer und oftmals mit einer längeren Suche verbunden, lohnt sich aber trotzdem sehr.

Was man sonst noch tun kann

Die genannten 5. Tipps sollten ein guter Einstieg sein und hoffentlich schon einiges an Informationen über den Ahnen im WW1 zutage fördern.

Als einen weiteren Schritt kann dann die Suche in einem Archiv folgen. Das Bundesarchiv hat beispielsweise ein paar nützliche Tipps zur Suche zusammengefasst und mit Hilfe dieses PDF kann man seinen Suchradius noch auf regionale Archive ausweiten.

Eine Anfrage beim Stadtarchiv der Geburtsstadt des gesuchten Ahnen oder ein Blick in die Archive der lokalen Zeitung können sich unter Umständen auch noch lohnen!

Wie eingangs bereits erwähnt: Fragen kostet nichts und alle Archivmitarbeiter, an die ich bisher geraten bin, haben auf meine Anfragen nett reagiert und gute Tipps gegeben – auch wenn sie mal nicht helfen konnten. Sollte das Archiv für einen Recherche-Ausflug zu weit entfernt sein, kann man auch nach Unterlagen suchen lassen. Dies kostet dann manchmal allerdings eine Gebühr. Im schlimmsten Fall kommt nichts dabei heraus.

Aber wenn man auf der Suche nach dem Kriegsschicksal des Ahnen einmal „Blut geleckt“ hat, kann man auch einen solchen Rückschlag verkraften – denn, wenn einem in der Ahnenforschung eine Tür vor der Nase zuschlägt, öffnet sich garantiert bald eine andere 😉

 

Feldpostkarte Erster Weltkrieg Metz

10.04.1916: Handschuhe passen gut

Feldpostkarte mit Motiv aus Metz vom 10.04.1916 an die Eltern:

Liebe Eltern!

Paket mit den Handschuhen mit Dank erhalten. Dieselben passen sehr gut.

Gruß Franz

Feldpostkarte Erster Weltkrieg MetzFeldpostkarte Erster Weltkrieg Metz


Aus dem deutschen Heeresbericht vom 10.04.1916:
„In den gewonnenen Trichterstellungen südlich von St. Eloi wiesen unsere Truppen Wiedereroberungsversuche feindlicher Handgranatenabteilungen restlos ab. Die Minenkämpfe zwischen dem Kanal von La Bassée und Arras haben in den letzten Tagen wieder größere Lebhaftigkeit angenommen.“
(Quelle: www.stahlgewitter.com/16_04_10.htm)

Feldpostkarte gelesen von Christian Mack (zum Abspielen anklicken):

Einführung der Sommerzeit von 1. Mai bis 30. September 1916 - Bessere Ausnützung des Tageslichtes - Ersparung an künstlicher Beleuchtung - Aufruf zur Einhaltung dieser Maßnahme - Wien, am 26. April 1916 - Vom Wiener Magistrate, als politischer Behörde I. Instanz - M.D. 2683 ex 1916.

Der Erste Weltkrieg und die Sommerzeit

Der Erste Weltkrieg hat einiges verändert. Trotzdem kommt er uns heute wie eine weit, weit entfernte Galaxie vor. Am heutigen Tag allerdings erleben wir alle ein Stück Erster Weltkrieg ganz hautnaht – und zwar mit einem Blick auf unsere Uhr.

Einführung der Sommerzeit von 1. Mai bis 30. September 1916 - Bessere Ausnützung des Tageslichtes - Ersparung an künstlicher Beleuchtung - Aufruf zur Einhaltung dieser Maßnahme - Wien, am 26. April 1916 - Vom Wiener Magistrate, als politischer Behörde I. Instanz - M.D. 2683 ex 1916.

Kundmachung aus Österrreich. (Bild: Österreichische Nationalbibliothek)

Die seit heute früh herrschende Sommerzeit wurde nämlich in Deutschland erstmalig zum 1. Mai 1916 eingeführt, um Energie zu sparen und das Tageslicht besser zu nutzen. Eine Maßnahme, die verdeutlich, dass es sich um einen totalen Krieg handelte, in dem das Alltagsleben der Bürger systematisch dem Krieg untergeordnet wurde. Die Bevölkerung war durch öffentliche Aushänge entsprechend angehalten, ihre Lebensführung der neuen Zeit anzupassen. Tat sie es nicht, drohten ihr behördliche Sanktionen.

Am 26. April 1916 notierte der damals 10-jährigen Eduard Mayer aus Nürnberg in sein Kriegstagebuch:

Vom ersten Mai ab soll die jetztige Uhrzeit um eine Stunde verschoben werden, das nennt man die neue Sommerzeit oder den neuen Zeitgeist.

Und am 1. Mai:

Die neue Sommerzeit beginnt und dauert bis 15. September. Nun sind alle Uhren um eine Stunde vorgedreht, und wenn man meint, es ist neun Uhr, dann ist es erst acht Uhr. Und wenn die Schule um acht Uhr beginnt, so ist es erst sieben Uhr früh. Das ist eine arglistige Täuschung, sagt Papa.
In Geschäften gibt es eigene Sommerzeitpostkarten und steht dieses Gedicht drauf:

     Erfinderisch ist jetzt die Welt,
Sie spart an Fleisch, an Brot, an Geld
Auch nötig ist zu unserem Sieg,
Daß man spart Licht und Zeit im Krieg.

Weil die Sommerzeit bei der Bevölkerung so unbeliebt war, wurde sie nach dem Ersten Weltkrieg sofort wieder abgeschafft. Im Zweiten Weltkrieg kam sie dann zurück und blieb bis 1949. Zwischen 1950 und 1979 blieb Deutschland von der Sommerzeit verschont. 1980 wurde sie wieder eingeführt und seitdem beginnt sie am letzten Sonntag im März und dauert bis zum letzten Sonntag im Oktober.

An ihrer Unbeliebtheit hat sich seit dem Ersten Weltkrieg allerdings nichts geändert.